Zweite Studie zu hundgestützter Intervention im Ukraine-Krieg veröffentlicht
Dr. Sandra Foltin und Wissenschaftskolleginnen aus Kiew, Österreich und Deutschland haben im Mai 2026 ihre zweite, mit Hilfe von Fördergeldern der Kynos Stiftung durchgeführte Studie zum Einsatz hundgestützter Intervention in der Ukraine veröffentlicht.
Die Studie widmet sich einem bislang kaum erforschten, zugleich aber hochrelevanten Thema: der Unterstützung von Soldatinnen und Soldaten mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) inmitten eines andauernden Kriegskontextes.
Während frühere Untersuchungen bereits erhöhte PTBS-Raten bei ukrainischen Geflüchteten dokumentiert haben, fehlten bislang systematische Daten aus militärischen Einrichtungen innerhalb der Ukraine selbst.
Genau hier setzt die vorliegende Arbeit an. Sie untersucht erstmals das Potenzial hundegestützter Interventionen in einem therapeutischen Setting unter realen Kriegsbedingungen.
Die Ergebnisse sind ermutigend: Bereits eine 20-minütige Intervention mit Therapiebegleithunden führte zu einer messbaren Reduktion des Cortisolspiegels im Speichel – einem biologischen Marker für akuten Stress. Dieser Effekt zeigte sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Die Befunde legen nahe, dass tiergestützte Ansätze dazu beitragen können, akute Anspannung zu reduzieren und das emotionale Gleichgewicht zu stabilisieren – selbst unter extrem belastenden Umständen.
Die Ergebnisse eindrücklich das Potenzial solcher Interventionen und machen deutlich, wie dringend weitere Forschung in diesem Bereich benötigt wird.
Die Studie ist frei einsehbar unter https://www.mdpi.com/3696942
